Open Education Europe, der SOOC1314 und weitere Neuigkeiten


Am Mittwoch, dem 25.09.2013, ist das neue Portal der Europäischen Kommission unter dem Namen Open Education Europa gestartet, auf dem offene Bildungsressourcen und -veranstaltungen zu finden sind. Wir sind schon ein wenig stolz darauf, dass der SOOC13 auch hier gefunden werden kann.

Am selben Mittwoch hatten Marlen und Anja den SOOC13 auf dem Workshop on E-Learning an der HTWK Leipzig vorstellen dürfen. Hierbei standen vor allem die Herausforderungen in der Hochschullehre im Mittelpunkt.

Am 8.10. werden Andrea und Marlen zudem auf der GeNeMe13 von unseren Erfahrungen berichten.


Nun steht der SOOC1314 in den Startlöchern, die Anmeldung ist bereits freigeschalten. In diesem zweiten Durchlauf haben wir Thema und Struktur ein wenig verändert und hoffen so, neben Perspektive der Lernenden auch die der (aktuellen und zukünftigen) Lehrenden besser adressieren zu können.

Slide1

Außerdem haben wir mit unserem Aufruf Erfolg gehabt und konnten Fabienne Kinzelmann als studentische Hilfskraft gewinnen.

Fabienne war Teilnehmerin im SOOC13 und ihr hat das so gut gefallen, dass sie sich beworben hat – und das neben der klassischen Bewerbung ganz SOOC-like auch mit einem Blogpost. Liebe Fabienne: Willkommen im Team!

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Der SOOC13 auf der EduLearn13 in Barcelona (Olé! Olé!)

Nachdem ich in den letzten zwei Wochen versucht habe, die liegen gebliebenen Arbeiten abzuarbeiten und vor allem zusammen mit den SOOC-Team den Abschluss unseres Open Online Courses zu meistern, nun endlich ein kurzer Bericht von der EduLearn13, auf der ich den SOOC13 und erste Evaluationsergebnisse vorstellen durfte.

Trotz der sehr knappen Vortragszeit (nur 15 Minuten inkl. Diskussion) hatte ich so ziemlich ideale Bedingungen: Eine der beiden Keynotes hatte bereits MOOCs zum Thema, ein „Meet the Keynote Speaker“-Teil mit Philipp Schmidt (MIT Media Lab & Peer to Peer University) war für unsere Session angekündigt und vor mir war Claudia Bremer (u. a. eine der Organisatoren des OPCO11 und damit Mother of German MOOC ;)) eingetaktet. Unser Beitrag enthielt neben den üblichen Basics…

… thematisierte aber vor allem die Herausforderungen eines Open Online Courses in der Hochschullehre und zeigte einige Ergebnisse unserer Evaluation zum Start des SOOC13. Hier die Prezi dazu:

Vor Ort gab es eher Fragen zur Organisation eines cMOOCs in der Hochschule, auf Twitter wurde aber (wieder einmal) das Buzzword „Massive“ diskutiert. Claudia hatte bereits die Dunbar-Zahl von 150 Teilnehmern als kritische Grenze genannt.

Aber auch die Teilnehmerzahl des SOOC13 wurde diskutiert: dürfen wir uns MOOC nennen?

Neben dem wohlgefälligen Klang ist beim SOOC nicht ganz zufällig kein M für „Massive“ enthalten. Man kann im Vorfeld ja nur schlecht einschätzen, wie viele Teilnehmer man erreicht.

Eine mögliche Antwort kam aber auch von einem anderen Konferenzteilnehmer:

Offene Online Kurse bieten durch die Offenheit das Potential, eine massive Teilnehmerzahl zu erreichen. Der Begriff MOOC wurde nach den ersten Experimenten mit diesem offenen Format geprägt, da tatsächlich enorm viele Teilnehmer registriert wurden. Das Akronym ist zum Buzzword geworden und OOC klingt irgendwie auch nicht. Fairerweise muss man auch sagen, dass englischsprachige MOOCs eine sehr viel größere potentielle Zielgruppe haben, als wir das im D-A-CH-Land je erreichen können. Aber ich war von Anfang an weniger an einer möglichst großen Zahl interessiert, ich fand das „Open“-Konzept interessant und das Zusammenspiel von Social Media.  Und daher bin ich mit unserem ersten Durchlauf sehr zufrieden – auch wenn es natürlich zig Ansätze zur Veränderung und Verbesserung gibt, die wir im zweiten Durchlauf angehen können. Auch Keynote-Speaker Philipp Schmidt kritisierte im Interview, dass viele MOOCs ihre eigenen Materialien nicht unter eine offene Lizenz stellen würden. Hier sind wir offenbar vorbildlich, da die Inhalte der gesamten SOOC13-Seite unter CC-BY-Lizenz stehen.

Einen Vorteil darf ich bei der Platzierung meines Vortrags im Session-Plan nicht vergessen: Ich hatte meinen aktiven Part bereits nach dem ersten Slots „hinter mir“ und konnte mir also entspannt einige andere Beiträge anhören. Die Auswahl war enorm…

… und zusammenfassend muss ich sagen, dass mich vor allem die Beiträge aus sog. Entwicklungsländern und deren besondere Situationen interessiert haben. Schon in einer Keynote wurden „Floating Libraris“ und Schulbote vorgestellt, die in Bangladesh während der Monsun-Zeit den Zugang zu Bildung sicherstellen. Ebenso wurden einige Lösungen vorgestellt, die ich erst für banal und rückständig gehalten hatte, dann aber erkennen musste, dass sie in den konkreten Kontexten durchaus sinnvoll und für die Vortragenden sinnvoll waren. Ein Beispiel ist die Erweiterung von Lernmaterialien mit QR-Codes, um Facebook-Seiten, YouTube-Videos und weiteren Content anzubinden. Ich fragte mich (und dann auch den Vortragenden), ob dann nicht einfach das gedruckte Buch als Medium nicht das Problem sei und eine Webseite, ein Wiki, WBTs o. ä. besser wären – das sind sie sicher, aber nur mit Zugang zu Computern und zum Internet. Und ich meine nicht die 2h Zugfahrt, in der man wegen der schwachen Verbindung den Zugriff auf WebContents aufgibt, sondern den Zustand, das Zugang zum Internet auch in der Uni eher der Sonderfall ist. In einem anderen Beispiel wurde die Erhitzung des Klassenzimmers durch Smartboards um einige Grad thematisiert, was wirklich ein Problem ist, wenn man selbst schon mit 38(?)°C zu kämpfen hat.

Und wie bei jeder Konferenz wichtig: Networking, networking, networking. Wie im SOOC. Nur analog. Zumindest zum Teil: eine kleine Vorschau…

Last but not least: Die Konferenz war in Barcelona (Olé! Olé!), eine der schönsten Städte der Welt. Die haben dort ihren eigenen Style für Elfenbeintürme 🙂

Casa Batlló

Aber das ist nun schon eine Weile her. Bitte alle einsteigen. Nächster Stopp: GMW13.

Wie wir Konnektivismus erklärt haben

Im Blogbeitrag zu den studentischen Medientagen habe ich es ja bereits angekündigt: Wie erklärt man Konnektivismus mithilfe eines Luftballons?

Bei der Planung meines Vortrags kam mir ein Teil recht trocken vor: Die Theorie zum Konnektivismus. In unserem Abstract (unveröffentlicht) las sich das noch so:

[…] Konnektivismus: Lernen durch Vernetzung

Der Artikel „Connectivism: A Learning Theory for the Digital Age” von George Siemens wird in einer Anmerkung der Herausgeber als ein Meilenstein bezeichnet (Siemens, 2005). Er betont, dass neben dem Fakten- (Know what) und Handlungswissen (Know how) auch das Wissen über Informationsquellen (Know where) eine immer stärkere Bedeutung erhält. Neben Einflüssen der Chaostheorie, die die zufälligen Aspekte von Lernprozessen erklärt, steht vor allem die Netzwerktheorie für das neue Lernverständnis Pate: Da ein Mensch allein unmöglich sämtliches Wissen in auch nur einem Fachbereich fassen kann, ist es wichtig für ihn, Netzwerke zu entwickeln, die ihm im Bedarfsfall das Lernen erleichtern oder sogar erst ermöglichen. Dabei bestehen diese Netzwerke sowohl aus medialen Wissensressourcen, vor allem aber auch aus anderen Personen, die Antworten geben und bei Problemstellungen beratend tätig sein können.

[…]

Siemens, G. (2005). Connectivism: A Learning Theory for the Digital Age. International Journal of Instructional Technology and Distance Learning, 2(1). URL: http://www.itdl.org/Journal/Jan_05/article01.htm (15.02.2013)

Chaos– und Netzwerktheorie haben also Einfluss. Und das in einer Session nach der Mittagspause. Puh. Ich zweifelte daran, dass die Zuhörer eine Vorstellung von den beiden Theorien hatten – geschweige denn, ob sie sich unter den Auswirkungen auf das Lernen etwas vorstellen konnten. Das musste doch plastischer gehen… und ich fand einen Weg, der glaube ich ganz gut funktioniert hat.

Vorbereitungen

Man nehme einen Luftballon und blase ihn auf. Ich wollte noch Werbewirksam „SOOC13“ draufschreiben, dann brauchte ich aber einen zweiten Luftballon, bei dem ich das nicht mehr probiert habe…

Durchführung

Einige Zeit vor dem Punkt, an dem der Zusammenhang zu Chaos- und Netzwerktheorie erklärt werden soll, gibt man den Ballon ins Publikum und bittet, diesen weiterzustubsen. In dem Moment, wo man auf die Chaostheorie zu sprechen kommt, bittet man, denjenigen, bei dem der Ballon gerade ist, diesen festzuhalten und seinen/ihren Namen zu nennen. In meinem Fall war das Max.

Was war geschehen: Ich habe mehr oder wenige zufällig aus dem Publikum jemanden kennengelernt. Er hieß Max. Anders passiert das im Leben auch nicht: Das persönliche (soziale) Netzwerk setzt sich aus Personen zusammen, die man aus unterschiedlichen, oft eher zufälligen Gründen kennt: sie gehören zur Familie, waren in der gleichen Klasse/im gleichen Jahrgang/im gleichen Kurs, man hatte eine gemeinsame Session auf einer Konferenz, jemand, den man kennt, hat denjenigen Retweetet, sie tauchte in einem Facebook-Kommentar auf, den man auch gelesen hatte… alles Chaostheorie (zumindest der Teil, der für unser Experiment wichtig war).

Ich habe dann Max gefragt, worin er sich gut auskennt. Seine Antwort war „Medienwissenschaften“. Ich habe also nicht nur rein zufällig den Max kennengelernt, ich weiß auch noch, wenn ich mal eine Frage zu Medienwissenschaften habe, dann kann ich den Max fragen. Und genau das ist der Punkt, den ich der Netzwerktheorie zuordnen kann: Ich vernetze mich mit Wissensressourcen (in diesem Fall Max), auf die ich im Fall der Fälle zurückgreifen kann.

Beachte!

  • Luftballons lassen sich nur effektiv stubsen, wenn zwischen den Teilnehmern nicht zu viel Platz ist. Derjenige, auf den der Ballon fällt, muss sich verantwortlich fühlen, ihn weiterzustubsen. Hat man zu große Lücken zwischen den Teilnehmern, wird der Ballon einfach runterfallen und man kann keinen Max zur Vernetzung kennenlernen.
  • Das Herumstubsen des Luftballons zieht Aufmerksamkeit auf sich, gegen die man als Vortragender ankämpfen muss. Derjenige Teilnehmer, der den Luftballon gerade stubst, und die Personen in seinem Umfeld, wird auf den Ballon schauen und nicht etwa nach vorn. Das stubsen sollte also nicht zu lange dauern (sonst wird sicher auch das Interesse verloren gehen).
  • Luftballons können platzen, wenn man sie beschriften möchte und sind daher nur bedingt als DIY-Werbeträger geeignet.

The Course is Yours: Der SOOC13 auf den Studentischen Medientagen

Am Wochenende durfte ich den SOOC13 auf den 9. Studentischen Medientagen in Chemnitz vorstellen. Die Ähnlichkeit unseres Vortragstitels „The Course is Yours“ zum Motto der studentischen Medientage „The Stage is Yours“ ist stochastisches Wunder ;). Das wichtigste: es gibt jetzt die erste offizielle Präsentation zum SOOC13:

Bei Gelegenheit erkläre ich mal noch, was der Luftballon in dem Vortrag zu suchen hatte…

Außerdem in der gleichen Session waren Alexander Maasch der im Beitrag „The Content is Yours“ den Open KnowledgeWorker als Autorentool für OER vorstellte (wieder so eine stochastische Abweichung im Titel ^^, dafür hatte ich einen Gastauftritt, um die Bedeutung von OERs zu motivieren) und Andrea Lißner (das war aber wirklich nicht geplant), die Ergebnisse aus ihrer Masterarbeit im Beitrag „Improvisationstheater oder Kammerspiel? – E-Portfolios in der Lehrerbildung“ vorstellte (zur Präsentation).