Der SOOC13 auf der EduLearn13 in Barcelona (Olé! Olé!)

Nachdem ich in den letzten zwei Wochen versucht habe, die liegen gebliebenen Arbeiten abzuarbeiten und vor allem zusammen mit den SOOC-Team den Abschluss unseres Open Online Courses zu meistern, nun endlich ein kurzer Bericht von der EduLearn13, auf der ich den SOOC13 und erste Evaluationsergebnisse vorstellen durfte.

Trotz der sehr knappen Vortragszeit (nur 15 Minuten inkl. Diskussion) hatte ich so ziemlich ideale Bedingungen: Eine der beiden Keynotes hatte bereits MOOCs zum Thema, ein „Meet the Keynote Speaker“-Teil mit Philipp Schmidt (MIT Media Lab & Peer to Peer University) war für unsere Session angekündigt und vor mir war Claudia Bremer (u. a. eine der Organisatoren des OPCO11 und damit Mother of German MOOC ;)) eingetaktet. Unser Beitrag enthielt neben den üblichen Basics…

… thematisierte aber vor allem die Herausforderungen eines Open Online Courses in der Hochschullehre und zeigte einige Ergebnisse unserer Evaluation zum Start des SOOC13. Hier die Prezi dazu:

Vor Ort gab es eher Fragen zur Organisation eines cMOOCs in der Hochschule, auf Twitter wurde aber (wieder einmal) das Buzzword „Massive“ diskutiert. Claudia hatte bereits die Dunbar-Zahl von 150 Teilnehmern als kritische Grenze genannt.

Aber auch die Teilnehmerzahl des SOOC13 wurde diskutiert: dürfen wir uns MOOC nennen?

Neben dem wohlgefälligen Klang ist beim SOOC nicht ganz zufällig kein M für „Massive“ enthalten. Man kann im Vorfeld ja nur schlecht einschätzen, wie viele Teilnehmer man erreicht.

Eine mögliche Antwort kam aber auch von einem anderen Konferenzteilnehmer:

Offene Online Kurse bieten durch die Offenheit das Potential, eine massive Teilnehmerzahl zu erreichen. Der Begriff MOOC wurde nach den ersten Experimenten mit diesem offenen Format geprägt, da tatsächlich enorm viele Teilnehmer registriert wurden. Das Akronym ist zum Buzzword geworden und OOC klingt irgendwie auch nicht. Fairerweise muss man auch sagen, dass englischsprachige MOOCs eine sehr viel größere potentielle Zielgruppe haben, als wir das im D-A-CH-Land je erreichen können. Aber ich war von Anfang an weniger an einer möglichst großen Zahl interessiert, ich fand das „Open“-Konzept interessant und das Zusammenspiel von Social Media.  Und daher bin ich mit unserem ersten Durchlauf sehr zufrieden – auch wenn es natürlich zig Ansätze zur Veränderung und Verbesserung gibt, die wir im zweiten Durchlauf angehen können. Auch Keynote-Speaker Philipp Schmidt kritisierte im Interview, dass viele MOOCs ihre eigenen Materialien nicht unter eine offene Lizenz stellen würden. Hier sind wir offenbar vorbildlich, da die Inhalte der gesamten SOOC13-Seite unter CC-BY-Lizenz stehen.

Einen Vorteil darf ich bei der Platzierung meines Vortrags im Session-Plan nicht vergessen: Ich hatte meinen aktiven Part bereits nach dem ersten Slots „hinter mir“ und konnte mir also entspannt einige andere Beiträge anhören. Die Auswahl war enorm…

… und zusammenfassend muss ich sagen, dass mich vor allem die Beiträge aus sog. Entwicklungsländern und deren besondere Situationen interessiert haben. Schon in einer Keynote wurden „Floating Libraris“ und Schulbote vorgestellt, die in Bangladesh während der Monsun-Zeit den Zugang zu Bildung sicherstellen. Ebenso wurden einige Lösungen vorgestellt, die ich erst für banal und rückständig gehalten hatte, dann aber erkennen musste, dass sie in den konkreten Kontexten durchaus sinnvoll und für die Vortragenden sinnvoll waren. Ein Beispiel ist die Erweiterung von Lernmaterialien mit QR-Codes, um Facebook-Seiten, YouTube-Videos und weiteren Content anzubinden. Ich fragte mich (und dann auch den Vortragenden), ob dann nicht einfach das gedruckte Buch als Medium nicht das Problem sei und eine Webseite, ein Wiki, WBTs o. ä. besser wären – das sind sie sicher, aber nur mit Zugang zu Computern und zum Internet. Und ich meine nicht die 2h Zugfahrt, in der man wegen der schwachen Verbindung den Zugriff auf WebContents aufgibt, sondern den Zustand, das Zugang zum Internet auch in der Uni eher der Sonderfall ist. In einem anderen Beispiel wurde die Erhitzung des Klassenzimmers durch Smartboards um einige Grad thematisiert, was wirklich ein Problem ist, wenn man selbst schon mit 38(?)°C zu kämpfen hat.

Und wie bei jeder Konferenz wichtig: Networking, networking, networking. Wie im SOOC. Nur analog. Zumindest zum Teil: eine kleine Vorschau…

Last but not least: Die Konferenz war in Barcelona (Olé! Olé!), eine der schönsten Städte der Welt. Die haben dort ihren eigenen Style für Elfenbeintürme 🙂

Casa Batlló

Aber das ist nun schon eine Weile her. Bitte alle einsteigen. Nächster Stopp: GMW13.

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3 Gedanken zu „Der SOOC13 auf der EduLearn13 in Barcelona (Olé! Olé!)

  1. Auch von mir Dank für die Zusammenfassung und das schöne Bild einer Architektur von Gaudí, einem meiner Lieblingsarchitekten 🙂 By the way, der Hundertwasser hat sich davon wohl „inspirieren“ lassen. Heute würde man aber eher sagen er hat plagiiert 😉

    • Wir hatten ja nicht viel Zeit nebenbei und waren auch vor 2 Jahren schon einmal in Barcelona. Aber die Casa Battló und den Palau Güell mussten wir noch nachholen: fast je 2h drin verbracht. Ist einfach gigantisch, was er da „mal eben so“ gebaut hat (ersteres sogar ohne Zeichnung). Und Hundertwasser hat das doch ganz gut fortgeführt. In der Kunst heißt das nicht Plagiat, sondern „Cover“ ^^

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